Qualität in der Altenpflege

Realität Altenpflege


In der Bundesrepublik Deutschland gibt es derzeit mehr als 2 Millionen Menschen, die pflegebedürftig sind. Durch die steigende Lebenserwartung und das daraus resultierende Risiko der Pflegebedürftigkeit wird sich diese Zahl weiter erhöhen !

2030 wird voraussichtlich mehr als ein Drittel der Gesamtbevölkerung im Seniorenalter sein.

Laut Bundesamt werden von den über 2 Millionen pflegebedürftigen Menschen fast 1,5 Millionen Menschen zu Hause versorgt. Ungefähr 1.03 Millionen Pflegebedürftige erhalten Pflegegeld, was bedeutet, dass sie durch Angehörige versorgt wurden. Die anderen Pflegebedürftigen wurden durch ambulante oder stationäre Pflegedienste versorgt.

Gleichzeitig ergaben Untersuchungen in Hamburg, dass ca. 40 Prozent der Pflegehaushalte mit den Leistungen der Pflegeversicherung unzufrieden sind. Von den Betroffenen werden zum Teil höhere Pflegegeldbeträge gewünscht zum anderen werden wesentlich mehr Beratungsangebote gefordert !

Häufig werden die Belastungen und die Konsequenzen durch die Pflege von Angehörigen unterschätzt. Häufig fehlen den pflegenden Angehörigen ausreichende Beratungs- und Schulungsangebote.

Hier stellt sich die Frage nach neuen Konzepten, welche aber aus Kostengründen, Gesetzgebung etc. derzeit abgelehnt werden !

Der niedersächsische Innenminister Heiner Bartling will in der Wehrstrukturkommission für eine Abschaffung von Wehrpflicht und Zivildienst plädieren. Der Reserveoffizier verlangte in einem veröffentlichten «Focus»-Interview statt dessen eine Dienstpflicht für Frauen und Männer: «Jeder junge Mensch muß in die Pflicht genommen werden, ein Jahr lang der Gesellschaft zur Verfügung zu stehen.» Dabei solle zwischen dem Dienst bei der Bundeswehr, bei sozialen Einrichtungen, Katastrophenschutzverbänden und der Feuerwehr frei entschieden werden können, sagte der SPD-Politiker.

Vieleicht kann die Einführung eines sozialen Pflichtjahres für junge Frauen ja eine Möglichkeit zur Verbesserung der Situation der Pflege sein. Berücksichtigt man die oben erwähnten Angaben zur Altersstruktur und die unzureichenden Angebote zur Anleitung und Beratung pflegender Angehöriger, sollte deutlich werden, wie dringend neue Konzepte benötigt werden. Mit der Einführung eines sozialen Pflichtjahres könnten die Bedingungen geschaffen werden um noch in 30 Jahren eine angemessene Versorgung pflegebedürftiger alter Menschen durch Angehörige zu gewährleisten. Gleichzeitig könnte auf den Personalstand in der Altenpflege reagiert werden. Dabei sollten diese zusätzlichen Kräfte nicht mißbraucht werden ! Hierfür müßten Richtlinien erarbeitet werden, welche eine optimale Anleitung und Schulung ermöglichen !

Der Grundgedanke der Pflegeversicherung - ambulant vor stationär - ist allen bekannt und vieleicht sollte jetzt nach Lösungen gesucht werden bevor die Bereitschaft zur häuslichen Pflege durch unzureichende Beratungsangebote zurückgeht.

Derzeit legt das Bundesministerium für Bildung und Forschung einen neuen Förderschwerpunkt zur Pflegeforschung auf. ( Investition von ca. 25 Millionen Mark in den nächsten 6 Jahren )

Ziel dieses Förderschwerpunktes ist es, durch Forschungsnetze mit anwenderbezogenen pflegerischen Fragestellungen, die Grundlagen für eine bedarfsgerechte Versorgung der Pflegebedürftigen zu entwickeln. Die Forschungsarbeiten sollen dazu beitragen, den zu Pflegenden ein Optimum an Gesundheit zu ermöglichen. Weitere Schwerpunkte sind Schmerzfreiheit und ein würdevolles Sterben.

Quelle der Zahlenangaben : Presse und Informationsamt der Bundesregierung - Juli 2001





» Pflege-Selbsthilfeverband «



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