Aktivierende Pflege in der Altenpflege

Aktivierende Pflege in der Altenpflege

Aktivierende Pflege in der Altenpflege


Hilfe zur Selbsthilfe


Motivation für Personen, die im sozialen Dienstleistungbereich tätig sind, ist oft die Begründung "Alten Menschen helfen zu wollen". Dabei werden häufig die Aspekte einer ganzheitlichen, aktivierenden Pflege außer acht gelassen. Durch unzureichende Beobachtung - wie groß ist die Selbstpflegefähigkeit, welche Hilfestellung wird wirklich benötigt ? - kommt es zur reinen kompensatorischen Pflege. Dem Bewohner wird alles abgenommen, "weil er es selbst nicht mehr kann ! Hier ist erkennbar, wie wichtig eine Pflegeplanung ist. Wie sonst sind Ressourcen ohne Fehleinschätzungen erkennbar und verwertbar ? Oft wird die Begrifflichkeit der aktivierenden Pflege mißverstanden. Aktivierende Pflege bedeutet nicht nur den Bewohner zu mobilisieren, sondern aktivierende Pflege ist die Forderung nach Selbständigkeit mit dem Ziel einer weitgehenden Unabhängigkeit von der Pflegekraft. Dem Bewohner soll das Gefühl der Begleitung vermittelt werden - nicht das Gefühl der Abhängigkeit ! Aktivierende Pflege ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Sie beinhaltet die Anleitung, Beratung und Unterstützung bei der Bewältigung der Verrichtungen im Alltag im Rahmen der individuellen Möglichkeiten. Unter Beachtung der derzeitigen Situation und des täglichen Befindens sollte der alte Mensch nur dort unterstützt werden, wo er unbedingt Hilfe benötigt ( angemessene Pflege ! ). Er soll lernen, mit der Unterstützung der Pflegekraft, die Defizite seiner Behinderung zu überwinden oder auszugleichen. Kompensatorische Pflege führt oft zu anhaltender, oft sogar anwachsender Pflegebedürftigkeit mit steigendem Pflegeaufwand. Wenn sich die professionelle Altenpflege am Prinzip der ganzheitlichen Pflege orientiert, so sollte erkennbar sein, dass auch dem psychischen Aspekt der aktivierenden Pflege eine wesentliche Rolle eingeräumt werden muß. Denn bei der aktivierenden Pflege spielen nicht nur körperliche Faktoren eine Rolle - hier kommt auch der psychische Aspekt zum Tragen. Hilfe zur Selbsthilfe gibt den Betroffenen ihre Selbstsicherheit, ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstachtung zurück ! Auch wenn der Beginn der Maßnahmen, durch die Aktivierung der Ressourcen, recht anstrengend ist und ein wesentlich erhöhter Zeitaufwand erforderlich ist - irgendwann werden Pflegekraft und die zu pflegende Person erkennen, dass es ein Weg ist der sich lohnt !


Wichtige Regeln zur aktivierenden Pflege :


- Beratung, Anleitung und Begleitung
- Ressourcen aufzeigen und dem Bewohner bewußt machen
- Ressourcen fördern
- Beobachtung und Korrektur des Prozesses
- Vermittlung von Erfahrungen
- Förderung und Vermittlung eines positiven Selbstwertgefühls
- Stärkung der Motivation zur Mobilisation
- Durchführung von präventiven/prophylaktischen Maßnahmen
   zur Vermeidung von Folgeerkrankungen oder Zweiterkrankungen



  • Nachlassende Fähigkeiten im Selbstpflegebereich können zu einer Steigerung des
    Pflegebedarfs und des Pflegeaufwands führen ( körperlich )

  • Nachlassende Fähigkeiten im Selbstpflegebereich können zu nachlassendem Selbstwertgefühl
    und nachlassender Selbstachtung führen ( psychisch )

  • Nachlassende Fähigkeiten im Selbstpflegebereich können zur Isolation führen ( sozial )


    Diese Ausarbeitung verdanke ich :

  • Erkenntnissen, welche mir im Rahmen einer Weiterbildungsmaßnahme zur PML durch die Bildungseinrichtung Alfeld vermittelt wurden !

  • Meiner praktischen Tätigkeit

  • Conny mit Ihrer Ausarbeitung einer Defizitanalyse




» Richtlinie zur aktivierenden Pflege «



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