Mangelnde Altenpflege - Staatsanwalt ermittelt

/ Bild v. 7.1.99

Todesursache lieblose, mangelhafte Pflege - in Hamburg ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt schon in mehreren Fällen gegen Altenheime und Pflegedienste.
Vorwurf : fahrlässige Tötung !
Aufgedeckt wurde der Skandal durch Gerichtsmediziner. Bei der Untersuchung von über 2000 in Altenheimen Verstorbenen stellten sie fest : Ein Drittel dieser Menschen litt an " Dekubitus " ( ärztlicher Ausdruck für Wundliegen ).
Eine Folge mangelnder Pflege : Der bettlägerige Patient wird nicht oft genug umgelagert.............


Staatsanwalt ermittelt in 17 Fällen

/ Hannoversche Allgemeine vom 3.11. 99

Versäumnisse bei der Pflege von Patienten



Pflege kann tödlich sein : Rechtsmediziner der MHH haben in den Monaten Februar und März dieses Jahres - 1172 Verstorbene aus ganz Niedersachsen auf sogenannte Pflegeschäden untersucht - und wurden fündig.
In 117 Fällen stellten sie Schäden fest, von Hautrötungen bis hin zu schwersten Knochenentzündungen.
Allein 17 der Verstorbenen wiesen dramatische Hautveränderungen auf.
In diesen Fällen schalteten die Rechtsmediziner die Staatsanwaltschaft ein, die Leichen wurden obduziert. Die Ermittlungen laufen.................



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Rechtsmediziner kritisiert Umgang mit Psychopharmaka

/ AZ 14.12.99

Alte Menschen werden in Heimen und Pflegeeinrichtungen offenbar immer öfter mit Medikamenten ruhiggestellt. So hätten sich die Verordnungen von sogenannten Neuroleptika, die zur Behandlung von schweren Psychosen dienen, seit 1988 verdoppelt, betont der Homburger Rechtsmediziner Prof. Hans - Joachim Wagner im „ Deutschen Ärzteblatt ".
Patienten die älter als 70 Jahre seien, werde das 3,4 bis 6,4 fache des Durchschnittsverbrauchs aller Altersgruppen an Psychopharmaka und Hypnotika verabreicht, kritisiert der Mediziner.
Durch diese „ chemische Zwangsjacke " solle die körperliche Aktivität und Aggressivität der Senioren gedämpft werden.
Eine neuere Untersuchung habe ergeben, daß die Pro- Kopf- Verordnung von Neuroleptika mit der Größe der Einrichtungen zunimmt.
Fast ein viertel dieser regelmäßigen Verordnungen seien medizinisch nicht nachzuvollziehen.
Die alten Menschen würden mit solchen „ Dauerrezepturen " bis hin zu Vergiftungen und sogar bis zum Tod chemisch misshandelt, betont er.
Diese Missstände seien unter anderem auf „ mangelhafte Qualitätskontrollen in der Altenpflege" zurückzuführen, meint Wagner.


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Immer mehr Senioren in Deutschland nehmen sich das Leben

/ AZ v.3.12.99

In Deutschland nehmen sich immer mehr alte Menschen das Leben.1998 war bereits fast jede zweite Frau , die sich selbst tötete älter als 60 Jahre. Von den männlichen Selbstmördern war jeder Dritte ein Senior......
Die Motivforschung tappt indes noch im Dunkeln: „ kein Heim hat gerne Forscher bei sich rumschnüffeln ", beklagte Armin Schmidtke, Suizidforscher an der Universität Würzburg...........
Nach seinen Worten benutzen Senioren häufig indirekte Methoden, wenn sie sich selbst töten. Sie hören auf zu essen, nehmen zu wenig oder zu viel von ihren Medikamenten oder gehen nicht mehr zum Arzt, wenn sie krank sind. Viele Selbsttötungen verstecken sich daher in den offiziellen Statistiken unter der Rubrik „ unklare Todesursache ", die nach Angaben Schmidtkes von Jahr zu Jahr wächst.


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Kritik an Missständen in Pflegeheimen

/ AZ 3.2.00

Krankenkassen fordern das Ende der „ Satt- und Sauber - Pflege ".
Fünf Jahre nach Einführung der Pflegeversicherung haben das KDA und der MDK massive Kritik am derzeitigen System der Altenpflege in Deutschland geübt.
Die organisatorischen Missstände in den Pflegeeinrichtungen und der gesundheitliche Zustand ihrer Bewohner habe erschreckende Ausmaße angenommen - kritisierte der MDK - Gebietsleiter UweBruckner auf der Fachmesse „ Altenpflege 2000 " in Hannover.
Bei einer Kurzuntersuchung in Altenheimen in Schleswig- Holstein sind bei rund einem Drittel der Heimbewohner gesundheitliche Schäden durch mangelhafte Pflege zu beklagen .
Beide Institutionen fordern deshalb weg von der berüchtigten , anonymen Satt- und - Sauber Pflege zu kommen.
Deshalb soll künftig jeder Mitarbeiter aus den Reihen des Pflegepersonals einem Heimbewohner als feste Bezugsperson zugeordnet werden. Außerdem muss künftig sichergestellt sein, daß Hilfskräfte nur unter Anleitung von Fachkräften arbeiten , erklärte Christine Sowinski vom KDA - Referat Pflegeorganisation.


Gewalt in der Pflege

/ AZ Mai 99

Auf die unterschiedlichen Formen von Gewalt in der Pflege kranker, alter und behinderter Menschen hat die Pflegewissentschaftlerin Dr. Marianne Arndt aufmerksam gemacht.
Von hierzulande rund 800000 Bewohnern in Pflegeeinrichtungen würde nahezu die Hälfte täglich freiheitsentziehende Maßnahmen erleiden, kritisierte sie.
Entsprechend sei die Zahl der von den Vormundschaftsgerichten genehmigten „ Fixierungen von Patienten " in den letzten Jahren gestiegen.
Die Akte der Gewalt, die häufig auf Überforderung und Unzuläglichkeit der Pflegenden beruhten, reichten vom verbietendem Blick, über Medikamentenmißbrauch und Nahrungsentzug bis hin zu Kneifen und Schlagen oder gar zur Patiententötung.
Hinzu kämen psychische Manipulationen wie Demütigung, Einschüchterung, Beschimpfung und Drohung, insbesondere wo aufgrund fehlender finanzieller Mittel zu wenig Personal für die Versorgung kranker und alter Menschen zur Verfügung stehen, sei Gewalt vorprogrammiert, gab Arndt zu bedenken......
Dringend erforderlich, so Arndt, seien Angebote der Heimleitungen für die Pflegepersonen, damit diese den beruflichen Alltag besser verarbeiten und bewältigen können.
Insgesamt müsse sich die Kranken - und Altenpflege an den Möglichkeiten und Bedürfnissen des Patienten sowie an Zuneigung, Zuwendung und Zurückhaltung orientieren.


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Gewalt in der Pflege ?

In den Medien wird im Moment vermehrt auf die unterschiedlichen Formen der Gewalt in der Pflege und Betreuung alter Menschen aufmerksam gemacht.

Die Formen der Gewalt reichen vom verbietenden Blick, über Medikamentenmissbrauch und Nahrungsentzug bis zum Schlagen der Bewohner !

Oft sind diese Formen der Gewalt auf Überforderung und Frustration des Personals zurückzuführen.

Gewalt muß nicht immer handfest sein, oft sind Demütigungen, Einschüchterungen, Beschimpfungen und Drohungen ein Mittel des pflegerischen Machtmißbrauchs.




Stichworte zum Nachdenken !

Aktivierung
Wahlmöglichkeiten
Betreuungsrecht
Akzeptanz des erwachsenen Menschen
Autonomie / Selbstbestimmung fördern
Alternativen
Berücksichtigung von Wünschen
Schützen ?
Sensibilität
psychischer Druck



Wissen wir wirklich besser was der Bewohner will ??


www.agenda-altenpflege.de