Handlungskonzept - Schmerzmanagement in der Altenpflege

Bitte die Hilfen für die eigene Einrichtung noch überarbeiten !


Gültig ab : November 2005

Name der Einrichtung



Definition :

Schmerz ist eines der häufigsten Symptome einer Krankheit oder einer Schädigung. Er führt vielfach eine normale Warn- und Schutzfunktion aus.

Schmerz entsteht, wenn mechanische, thermische, chemische oder elektrische Reize einen gewissen Schwellenwert (Schmerzschwelle) überschreiten und dadurch meist zu einer Gewebeschädigung mit Freisetzung von Schmerzstoffen führt.
Die Auslösung, Weiterleitung und zentrale Verarbeitung wird daher auch als Nozizeption bezeichnet.
Der Schmerz läßt sich nach seinem Entstehungsort in somatischen (z.B. Haut, Muskeln, Gelenke) und viszeralen (Eingeweide) Schmerz einteilen.

Der chronische Schmerz tritt entweder in Form des Dauerschmerzes (z.B. Rückenschmerzen, Tumorschmerzen) oder des ständig wiederkehrenden Schmerzes (z.B. Migräne, Angina pectoris) auf.
Chronische Schmerzen können im Laufe der Zeit gegenüber der zugrundeliegenden Störung ganz in den Vordergrund treten und damit ein eigenständiges Krankheitssyndrom bilden.

Die Behandlung des Schmerz erfolgt je nach Diagnose mit unterschiedlichen schmerzlindernden Mitteln. ( nach ärztlicher Verordnung )



Qualifikation :

Alle Pflegefachkräfte nach erfolgter Anleitung und Kontrolle bei entsprechender Handlungskompetenz



Ziel :

Ziel ist die Eindämmung des Schmerzes, so dass die Schmerzen für den Bewohner erträglich werden und das Leben lebenswert bleibt !

Die Pflegekraft nimmt jede Art von Schmerz ernst.

Die Pflegekraft setzt sich mit der Ursache des Schmerzes auseinander.

Die Pflegekraft kennt die einzelnen Erfassungsinstrumente und setzt sie gezielt ein.

Der Bewohner kann mit seiner zuständigen Pflegekraft das Ausmaß, die Auswirkungen und die Bedeutung seines Schmerzes besprechen.



Anmerkung :

Eine unzureichende Schmerzbehandlung kann für Bewohner gravierende Folgen haben, z. B. physische und psychische Beeinträchtigungen oder Verzögerungen des Genesungsverlaufs.
Durch eine rechtzeitig eingeleitete, systematische Schmerzeinschätzung, Schmerzbehandlung sowie Schulung und Beratung von Schmerz-Patienten und ihren Angehörigen, tragen Pflegefachkräfte maßgeblich dazu bei, Schmerzen und deren Auswirkungen zu kontrollieren bzw. zu verhindern.
Jeder Bewohner mit akuten oder tumorbedingten chronischen Schmerzen sowie zu erwartenden Schmerzen erhält nach Anordnung durch den Arzt ein angemessenes Schmerzmanagement, das dem Entstehen von Schmerzen vorbeugt, sie auf ein erträgliches Maß reduziert oder beseitigt.



Indikation :

Bewohner mit chronischer Schmerzerkrankung

Bewohner mit Tumorerkrankung

Bewohner mit akuter Schmerzsymptomatik



Maßnahmen :

A - Erfassen der Situation und Erkennen des Schmerzes

B - Anwendung schmerzlindernder Maßnahmen



Durchführung :

zu A - Erfassen der Situation und Erkennen des Schmerzes

Die Pflegefachkraft erhebt zu Beginn des pflegerischen Auftrags, ob der Bewohner Schmerzen oder Probleme hat. Ist dies nicht der Fall, wird die Einschätzung in individuell festzulegenden Zeitabständen wiederholt!

Die Schmerzerfassung erfolgt durch zielgruppenspezifische Einschätzungsinstrumente:

Visuelle Schmerzskala / Numerische Rangskala ( NRS )
Die Pflegekraft lässt den Patienten mit Hilfe der „Schmerzskala“ seine Schmerzintensität einschätzen:
•  Skala 0 - 10    ( 0 = keine Schmerzen    10 = stärkster vorstellbarer Schmerz )
   Die Pflegekraft überträgt die genannte Schmerzintensität in die Arbeitshilfe „Skala zur Schmerzermittlung“

ECPA (Schmerzanamnese für ältere Personen mit Kommunikationseinschränkungen )
Die Pflegekraft führt die Schmerzerfassung bei Patienten mit kognitiven und/oder kommunikativen Einschränkungen mittels „ECPA“ durch:
- bei Verdacht auf Schmerzen, welche sich durch Phänomene wie Verziehen des Gesichts, Stöhnen, Unruhe usw. äußern
- wenn Aussagen von Angehörigen über eine vorbestehende Schmerzproblematik gemacht werden
• Die Pflegekraft kreuzt die beobachteten Phänomene auf der „ECPA“ bei dem entsprechenden ITEM (0-4) an:
• die unten am Fragebogen angegebenen Punktzahlen 0= kein Schmerz und 44 = maximaler Schmerz können als Hinweis auf möglichen Schmerz dienen
• ein einziges hoch bewertetes ITEM reicht, um auf Schmerz hinzudeuten

Die Pflegekraft überträgt die ermittelte Schmerzintensität in die Arbeitshilfe „ECPA Schmerzschema“
Wiederholung der Einschätzung der Schmerzintensität sowie der schmerzbedingten Probleme in Ruhe und bei Belastung / Bewegung erfolgt in individuell festzulegenden Zeitabständen!


zu B - Anwendung schmerzlindernder Maßnahmen

medikamentöse Maßnahmen zur Schmerzlinderung
• Die Pflegekraft setzt die geltende Verfahrensregelung um oder holt eine ärztliche Anordnung zur Einleitung oder Anpassung der Schmerzbehandlung ein
   und setzt diese nach Plan um.
• Die Pflegekraft überprüft bei Neueinstellung bzw. Anpassung der Medikation den Behandlungserfolg in den Zeitabständen, die dem eingesetzten Analgesieverfahren entsprechen.
• Die Pflegekraft sorgt dafür, das bei zu erwartenden Schmerzen präventiv ein adäquates Analgesieverfahren erfolgt
• Die Pflegekraft führt in Absprache mit dem zuständigen Arzt Maßnahmen zur Prophylaxe und Behandlung von schmerzmittelbedingten Nebenwirkungen durch

nicht medikamentöse Maßnahmen zur Schmerzlinderung
• Die Pflegekraft bietet in Absprache mit den beteiligten Berufsgruppen dem Bewohner / Betroffenen und seinen Angehörigen als Ergänzung zur medikamentösen Schmertherapie    nicht medikamentöse Maßnahmen an und überprüft deren Wirkung.
• Durchführung von alternativen Maßnahmen wie Wickel, Lagerung, Aromatherapie, Musik, Coldpack, Hotpack u.a.



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